Pfarrer Michael Schmitt eröffnete Reihe der Arnsberger Kamingespräche
JU Neheim-Hüsten freute sich über die sehr gut besuchte Veranstaltung mit dem Zusammentreff unterschiedlicher Generationen
Neheim Am Freitag (11.02.2011) wurde die diesjährige Veranstaltungsreihe der Arnsberger
Kamingespräche im Haus der Neheimer Jäger (ehem. Synagoge) durch den Referenten Pfarrer Michael Schmitt
aus Sundern eröffnet.
Nach kurzer Einführung in das Thema und die Themenfindung durch Manuel Brinkmann von der JU, hielt der Referent einen Vortrag über den „christlichen Glauben als Wertefundament - Eindrücke aus der Arbeit vor Ort“. Schmitt ging dabei auf verschiedene aktuelle Themen ein und verdeutlichte den gesellschaftlichen Wandel, den der Pfarrer selbst in seinem noch jungen Leben bereits durchlebt hat. Dieser Wandel habe positive und negative Aspekte. Als Pfarrer besucht er zum Beispiel auch heute noch die meisten seiner Kommunionkinder persönlich.
Dabei stellt er fest, dass man in seiner Kindheit eine Trennung der Elternteile vor dem Pfarrer noch so gut wie möglich vertuscht hatte. Heute ist es allerdings oft selbstverständlich, dass er als Pfarrer die Erwachsenen im Hause fragt, ob sie denn auch die leiblichen Eltern des Kindes seien.
Besonders auffallend sei aber auch, dass wenn ein Elternteil im Klassenunterricht bzw. im Klassenzimmer das Kreuz entfernen lässt, da ihr Kind nicht religiös aufwachsen soll, alle anderen Eltern der Mitschüler daraufhin häufig ruhig bleiben. Schmitt rief daher dazu auf, den Wert der eigenen Kultur zu wahren und nicht ausschließlich über Debatten wie zum Beispiel „das Kopftuch“ zu diskutieren.
Kritisch sah er insbesondere den Vorstoß des Vorsitzenden der NRW-Senioren-Union, der forderte, „Kitas“ wegen des Lärms von Wohngebieten fernzuhalten. Daraufhin wurde durch die Anwesenden allerdings sofort klargestellt, dass dies nicht der Wunsch der Senioren-Union sei, sondern nur von einem einzelnen aus der genannten Organisation.
In der anschließenden Diskussion ging Pfarrer Schmitt noch auf mögliche Veränderungen in der Kirche ein. Eine Lockerung des Zölibats würde laut Schmitt keine deutliche Verbesserung in Bezug auf die Gottesdienstbesucherzahlen und das Ansehen der Kirche bringen, da dies ein Thema ist, welches natürlich insbesondere durch die Medien hochgespielt wird. Das wirkliche Problem der Kirche sei nicht der Priestermangel sondern der Gläubigenmangel und der damit verbundene Rückgang der Besucher des Gottesdienstes und die religiöse Wertschätzung.
Zum Schluss freute sich die JU Neheim-Hüsten über den positiven Verlauf des ersten Kamingesprächs.
„Wir laden alle herzlich ein, auch das nächste Kamingespräch mit Dr. Wunibald Müller am Freitag, den 25. Februar zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu besuchen“, erklärte Roman Wiethoff von der JU zum Schluss und bedankte sich bei Herrn Pfarrer Schmitt im Namen aller Anwesenden.



